Arma Christi setzt sich kritisch und philosophisch mit der christlichen Ikonografie und Volkskunst auseinander, und fragt nach deren Bedeutung in der heutigen Welt.
Alltägliche Objekte wie ein Tuch, Würfel oder ein Schwamm, die in Beziehung zum Leiden und Sterben Jesu stehen, werden zu „Arma Christi".
In ihrer Umdeutung vom Gebrauchsgegenstand zum Sinnträger verweisen sie auf fundamentale Fragen nach Schuld, Opfer, Erinnerung und der Materialität des Glaubens.
„Jägerlatein“
Ausgehend vom Begriff „Jägerlatein“ begreift das Projekt Erzählen als einen Prozess ständiger Verschiebung. Wie in der Literatur verändern sich Geschichten mit jeder Wiederholung – durch Übertreibung, Auslassung oder bewusste Ausschmückung. Wahrheit erscheint dabei nicht als feste Größe, sondern als narrative Konstruktion.
Ein zentraler Ort meines Projekts ist die „Wand mit Erinnerungen“, an der sich individuelles und kollektives Gedächtnis überlagern. Historische Fotografien, Familienalben und ortsbezogene Bilder wurden von mir digital verändert und erweitert; Ich montierte mich selbst in diese Szenen ein und eignete mir fremde Erinnerungen an.
Besonders präsent sind Kriegserinnerungen, die als generationelles Trauma im kollektiven Gedächtnis fortwirken. Das Projekt fragt, wie sich Erinnerung formt, verzerrt und vererbt – und wo sich die Grenze zwischen gelebter Erfahrung, überlieferter Geschichte und Fiktion auflöst.
„making them disappear...“
Interdisziplinäres Projekt, in Zusammenarbeit mit der DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg gGmbh,
Stefan Büchner, 2019
„making them disappear...“
Die Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain ist für viele Geflüchtete der erste Ort, den sie in Deutschland kennen lernen. Das Projekt portraitiert 30 aus ihrer Heimat geflüchtete Menschen. Wie kann sich Heimat und Hoffnung an diesem Ort manifestieren, wie können Lebensläufe von hier aus weiter geschrieben werden? Die Teilnehmer stellen ihren Portraits auf vorbereiteten Tafeln Worte oder Bilder gegenüber. Sie zu sehen und zu hören bildet die Voraussetzung für ihr Ankommen.
„making them disappear...“ bedeutet für mich, dass wir zwar flüchtende Menschen aufnehmen, sie bei uns dulden, aber gleichzeitig wünschten, sie wären nicht hier.
Die Portraits wurden während des Kunstprozesses in Wachs eingegossen und verschwanden nach und nach, um dann beim Erkalten des Wachses wieder sichtbar zu werden.
Die „Heimatmaschine“ aus sogenanntem „böhmischen“ Glas bildet ein räumliches Pendant zu dem Narrativ des Verschwindens, das die Gesichter hinter einer Schicht aus Wachs vermitteln.